Eltern- und Betroffenenseminar „Kleinwuchs nach SGA-Geburt einschließlich Silver-Russell-Syndrom“
Wochenendtreffen des LV Berlin / Brandenburg / Mecklenburg‐Vorpommern
2., erweiterte Auflage des Begleitkataloges „Betrachtungsweisen“ erhältlich
Niko Kappel aus Welzheim erfolgreich bei der Leichtathletik Junioren- WM in Olomouc (CZE)
Um die Versorgung der kleinwüchsigen Menschen dem heutigen Wissensstand anzupassen, hat der BKMF im Sommer 2007 das Deutsche Zentrum für Kleinwuchsfragen ( DZK ) in Bremen in Betrieb genommen. In diesem Zentrum werden die interdisziplinäre, bundesweite Information vorangetrieben sowie Beratungen und Schulungen von Betroffenen, Angehörigen, Fachleuten, Therapeuten, Organisationen und Institutionen zum Thema Kleinwuchs mit seinen vielfältigen Auswirkungen, Besonderheiten und Erfordernissen durchgeführt.
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Im folgenden wird in Anlehnung an die Rehadat ein Modellarbeitsplatz für kleinwüchsige Menschen im Büro beschrieben. Anzumerken ist, dass dieser Arbeitsplatz in nahezu allen Belangen optimal ausgestattet ist, was natürlich mit der Tatsache zusammenhängt, dass der Bundesverband Kleinwüchsige Menschen ihre Familien e.V. auf diesem Gebiet Modellcharakter hat.
Bereich: Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien e.V. (BKMF), Beratungs- und Geschäftsstelle
Titel: Büroarbeitsplatzgestaltung für eine kleinwüchsige Mitarbeiterin / Verwaltungsleiterin
Behinderung: Kleinwuchs (Achondroplasie), Körpergröße: 128 cm
Einschränkungen: Der Greifbereich ist durch die verkürzten Arme und Streckhemmung eingeschränkt
Maßnahme: Bedienelemente, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsumgebung
Förderung: Arbeitsamt und Integrationsamt
Mitwirkende: Bundesverband als Arbeitgeber, technischer Berater des Arbeitsamtes und Sachbearbeiterin des Integrationsamtes, Mitarbeiterin selbst
Beschreibung der Maßnahme: Für die kleinwüchsige Mitarbeiterin wurde Anfang der neunziger Jahre ein kleinwuchsgerechter Arbeitsplatz eingerichtet, der als Modellarbeitsplatz dient. Durch veränderte Tätigkeitsbereiche und Räumlichkeiten wurden weitere Maßnahmen behindertengerechter Gestaltung nötig.
Der Arbeitsplatz besteht aus einem angepassten Schreibtischstuhl, einem handelsüblichen Baukasten-Regalsystem, einem Laptop mit Drucker, einem Telefonarm, Druckertisch und einem elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch.
Der Schreibtisch ist elektrisch per Knopfdruck stufenlos in der Höhe verstellbar. Die niedrigste Einstellung beträgt 65 cm und die höchste 95 cm.
Dieser Schreibtisch wurde angeschafft, da die individuell einstellbaren Arbeitshöhen unterschiedliche Arbeitsabläufe (Ablage, Schreibarbeiten am PC) erleichtern und einen Wechsel zwischen Stehen und Sitzen ermöglicht, wodurch die Hüfte entlastet wird.
Auch der Drucker, der auf einem niedrigeren Tisch steht, ist von der Mitarbeiterin problemlos zu bedienen, so dass Tonerwechsel und Papierzufuhr eigenständig durchgeführt werden können.
Der Schreibtischstuhl wurde mittels Fragebogen, in dem die Kundendaten detailliert erfasst wurden, auf die individuellen Körpermaße angepasst, das heißt, die Armlehnen wurden verkürzt und höher angebracht, die Sitztiefe verringert. Eine Beckenstütze stabilisiert die Körperhaltung. Zusätzlich wurde ein Fußring mit Fußstützplatte oberhalb des Drehfußkreuzes installiert, so dass die Füße beim Sitzen abgestellt werden können und damit eine arbeitsergonomische Sitzposition erreicht wird.
Durch die Kombination von vielfach variablen Tisch und Stuhl werden falsche Sitzhaltungen vermieden.
Zu dem Laptop mit tragbarem Tintenstrahldrucker ist anzumerken, dass er aufgrund des Gewichtes (ca. 10 kg) nicht mehr zeitgemäß ist und von der Mitarbeiterin nur unter höchsten körperlichen Anstrengungen transportiert werden kann.
Angeschafft wurde der Laptop, um bei Außenterminen anfallende Arbeitsabläufe sofort bearbeiten zu können und um weniger Akten und Materialien zu transportieren.
Ebenfalls können der Sehabstand und der Blickwinkel zum Bildschirm optimiert werden, wobei auch die Infrarot-Schnittstelle der Tastatur des Laptops sehr hilfreich ist.
Das Schranksystem ist auf die Greifhöhe ausgerichtet. Dadurch werden am Arbeitsplatz der Mitarbeiterin keine weiteren Hilfsmittel wie Tritt, Leiter etc. benötigt.
Dieses System hat einen höheren Raumbedarf. Bei geringem Stellplatz bieten sich alternativ Drehsäulen und Paternostersysteme an.
Arbeitsplatzumgebung / Küche: Ebenfalls wurden Teile des unmittelbaren Arbeitsumfeldes der Mitarbeiterin weitestgehend angepasst, sofern es baulich möglich war. Es wurde eine kleinwuchsgerechte Küchenzeile mit elektrischen Diagonal-Wandschrankheber eingebaut, so dass der Wandschrank gleichzeitig abgesenkt und nach vorne herausgefahren wird, wodurch die Greiftiefe verringert wird. Die Höhe der Küchen-arbeitsplatte beträgt 76 cm.
Arbeitsplatzumgebung / Sozialraum, Besprechungszimmer: Jeweils im Sozialraum und Besprechungszimmer steht ein in Höhe und Sitztiefe verstellbarer handelsüblicher Stuhl. Bei den Fenstergriffen wurde darauf geachtet, dass sie von der Mitarbeiterin bedient werden können.
Bürozentrale: Im weiteren Büroumfeld wurden alle von der Mitarbeiterin mitzubenutzenden Akten, Materialien und Geräte höhenmäßig so plaziert, dass sie auch für sie bedien- und nutzbar sind.
Eingangsbereich im Gebäude Auf Initiative vom BKMF wurde vom Vermieter das vertikale Bedienungselement sowohl im als auch außen am Aufzug tiefer gesetzt.
Dieser Modellarbeitsplatz kann nach telefonischer Absprache in der Beratungsstelle angesehen und ausprobiert werden.
Beratungs- und Geschäftsstelle des Bundesverbandes
Leinestraße 2
28199 Bremen
Telefon: 0421-336169-0
Fax: 0421-336169-18
e-Mail: info@bkmf.de