Anreise zum Jugendseminar (Mobilität – Autoumbau)

Anreise zum Jugendseminar (Mobilität – Autoumbau)

Zum Jugendseminar in Überlingen 2018 reisten wir entweder mit der Bahn oder dem Auto an. Die Anreisezeiten waren dabei sehr unterschiedlich und lagen zwischen einer Stunde und sechs Stunden Autofahrt bzw. zwischen einer Stunde und zehn Stunden Bahnfahrt, da wir aus den verschiedensten Orten in ganz Deutschland kommen.

Dabei müssen wir als Kleiwüchsige verschiedene Aspekte beachten. Beispielsweise haben einige Kleinwüchsige aufgrund ihrer kurzen Beine Schwierigkeiten beim Ein- und Austeigen in die Bahn. Dafür gibt es bei der Deutschen Bahn einen Mobilitätsservice, der 48 Stunden vorher angemeldet werden muss. Dieser kann das Gepäck in den Zug tragen oder auch den Rollstuhl mit einer Rollstuhlrampe hinein befördern. Umsteigzeiten müssen gegebenenfalls angepasst werden, da es immer noch Bahnhöfe in Deutschland gibt, die über keinen Aufzug verfügen, auf welchen wir angewiesen sind. Oft stehen wir auch vor defekten Fahrstühlen oder sie werden durch Mitmenschen, die ihn eigentlich nicht benötigen, blockiert. Außerdem ist zu erwähnen, dass nicht nur Rollstühle ein Mobilitätshilfsmittel sind, sondern auch speziell umgebaute Roller oder Fahrräder. Einige sind damit mobiler, als mit den klassischen Rollstühlen.

Nicht nur der Mobilitätsservice vereinfacht uns das Reisen, sondern auch helfende Mitreisende. Allerdings kann man sich nicht immer auf die Hilfsbereitschaft von Mitreisenden verlassen, deshalb gibt es auch noch die Möglichkeit des Gepäckservices. Dieser bringt das Gepäck, welches unter Umständen für die eigene Person zu schwer zum Tragen ist, direkt zum Zielort.

Andere von uns sind mit dem eigenen Auto angereist. Dies hört sich einfacher an als es eigentlich sein kann, da das Auto uns individuell angepasst werden muss. Hierbei stellt sich zunächst die Frage nach einer geeigneten Fahrschule, die Erfahrungen mit Kleinwüchsigen hat. Die Umbauten können sich je nach Kleinwuchsform variabel gestalten, von einfachen Pedalverlängerungen über Sitzanpassung und Handgas bis hin zu komplett mit Rollstuhlrampe auf Rollstuhlfahrer angepasste Fahrzeuge. Kleinwuchsgerechte Autos sind sehr kostenintensiv und es stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Auszubildende können im Gegensatz zu Studenten Zuschüsse erhalten. Firmen, wie Zawatzki, Petri und Lehr oder Dotterweich bauen Autos kleinwuchsgerecht um. Beim Umbau sollte auch die Art der Anpassungen beachtet werden.

Kann das Auto noch von Normalwüchsigen gefahren werden?

Manche Umbauten lassen sich nicht so leicht wieder demontieren und sind somit nur für den Kleinwüchsigen nutzbar.

 

Bevor man sich ein Auto anschafft sollte man natürlich erstmal überlegen, ob es sich überhaupt lohnt. Wenn man in der Stadt wohnt, ist der öffentliche Nahverkehr meist so gut ausgebaut, dass man nicht zwangsläufig auf ein Auto angewiesen ist. Da sieht es auf dem Land schon ganz anders aus. Doch in unserem Fall kann es je nach Kleinwuchs auch sein, dass man trotz öffentlichen Nahverkehrs auf ein Auto angewiesen ist. Denn auf diesen kann man sich nicht immer verlassen und es können bereits genannte Schwierigkeiten auftreten. Manche Busfahrer haben nicht das nötige Feingefühl und übersehen bzw. missachten nötige Hilfestellungen. So kam es schon vor, dass wir nicht mitgenommen wurden oder die Einstiegsrampe in Bussen für Rollstuhlfahrer nicht bereitgestellt wurde.

 

Viktoria und Asmara
Teilnehmerinnen am BKMF-Jugendseminar 2018, Überlingen

 

Für ausführlichere Informationen und bei weiteren Fragen zum Thema wenden Sie sich bitte an die Beratungs- und Geschäftsstelle des BKMF in Bremen